Innerer Kritiker – der Feind in deinem Kopf

Den inneren Kritiker kennen wir alle. Er ist die lästige Stimme in unserem Kopf, die uns ständig kritisiert und kleinredet. Er mindert unser Selbstwertgefühl, schwächt das Selbstbewusstsein und hindert uns am Erfolg. In diesem Artikel erfährst du, wer der innere Kritiker ist, woher er kommt und wie du ihn zähmen kannst.

Wer ist der innere Kritiker?

Als ein Teil deiner Persönlichkeit ist der innere Kritiker sozusagen ein Untermieter von dir. Alles was du tust beobachtet er genau und kritisiert bzw. verurteilt es. Er ist stets auf deine Fehler und Schwächen fokussiert.

Der innere Kritiker ist diese lästige Stimme in dir, die dir andauernd einredet das du wertlos, unfähig, dumm oder nicht gut genug bist. Er hindert dich daran, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Er blockiert dein Wachstum und lässt dich praktisch auf der Stelle treten.

Das ist für deine persönliche Entwicklung natürlich äußert negativ, jedoch von dem inneren Kritiker nicht so beabsichtigt. Er tut das um dich zu beschützen.  Er will dich vor Negativem bewahren und hält dich deshalb vor Unbekanntem und Neuem zurück. Er möchte das du immer innerhalb deiner Komfortzone bleibst.

Wie entsteht der innere Kritiker?

Der innere Kritiker entsteht meist in den ersten Lebensjahren eines Kindes. Ein kleines Kind ist voll und ganz auf die Eltern fixiert. Es braucht ihre Zuneigung, ihre Liebe und ihre Anerkennung. Es achtest sie, lernt ihre Regeln und Gebote.

Doch im Laufe des Lebens bekommen Kinder immer wieder, sowohl bewusst als auch unbewusst, Sätze zu hören, die sie auf ihre Schwächen aufmerksam machen oder ihr Verhalten tadeln.

Ein paar dieser Aussagen sind zum Beispiel:

  • „Du bist heute aber sehr unartig.“
  • „Aus dir wird nie was Vernünftiges werden.“
  • „Du hast zwei linke Hände.“
  • „Mit dir hat man immer Ärger.“
  • „Du machst mir nur Kummer.“
  • „Deinetwegen bin ich so traurig.“
  • „Du bist Schuld wenn ich krank werde.“
  • „Das schafft du nicht, lass mich das machen.“
  • „Du redest nur dummes Zeug.“
  • „Mit dir muss man sich schämen.“
  • „Rede nicht dazwischen.“
  • „Wie kann man nur so dumm sein.“

Spürst du nach dem Lesen dieser Sätze wie traurig und erniedrigend sie sind? Ein Kind hat keine Möglichkeit sich dessen zu erwehren. Es akzeptiert die Meinung der Erwachsenen. Für ein Kind sind die Worte der Eltern Wahrheit und Gesetz. Es würde diese niemals in Frage stellen.

Woher kommt der innere Kritiker?

So wächst das Kind also mit diesen Geboten und Regeln auf. Es beginnt diese immer mehr zu verinnerlichen und sich zu eigen zu machen. Es möchte den Eltern gefallen und gerecht werden und sich dem System so gut wie möglich anpassen.

Um den Bestrafungen und der Kritik durch die Eltern zuvorzukommen, beginnt es irgendwann sich selbst zu kritisieren. Der innere Kritiker beginnt zu sprechen. Von nun begleitet uns diese Stimme des inneren Kritikers ein Leben lang.

Seine Auswirkungen

Der innere Kritiker kommentiert unser Verhalten, weist uns zurecht und redet uns klein. Als Erwachsene, sind wir uns dieser kindlichen Prägungen meist gar nicht mehr bewusst. Die Glaubenssätze sind tief im Unterbewusstsein abgespeichert und zeigen unbewusst, oft ein Leben lang, ihre Wirkung.

Solange wir dem inneren Kritiker glauben, fühlen wir uns wie gelähmt und sind nicht in der Lage unseren Traum zu leben. Wir verbiegen uns, lassen uns von anderen manipulieren oder sind unzufrieden mit unserem Äußeren. Auch Prüfungs- und Versagensängste kommen auf.

Wir misstrauen unserer inneren Wahrnehmung und sind nicht in der Lage den nächsten Schritt zu tun. Viele denken Arbeit darf keine Freude machen, Geld muss man hart verdient werden und trauen sich nicht, angemessene Preise für ihre Dienstleistungen zu verlangen.

Wer als Kind ständig ermahnt wurde sich zurückzunehmen und still zu sein, wird davon unter Umständen noch als Erwachsener blockiert. Er mag sich eventuell nicht zeigen oder nicht vor anderen Leuten sprechen. Es mangelt an einem gesunden Selbstbewusstsein.

Das Gute ist, mit einem geringen Selbstwertgefühl wurdest du nicht geboren. Ebenso nicht mit deinem inneren Kritiker. Er wurde dir anerzogen, angelernt bzw. du hast ihn mit der Zeit angenommen.

Das heißt also, du kannst ihn abtrainieren und zähmen. Das wird dein Selbstwertgefühl aufbauen und dein Selbstbewusstsein nach und nach steigern.

Wie kann man den inneren Kritiker zähmen

Glaube ab sofort nicht mehr alles was dein innerer Kritiker dir sagt. Stelle es in Frage bzw. hinterfrage es. Überlege, woher dieser Gedanke jetzt kommt. Warum denkst du so über dich? Ist es wirklich deine Meinung oder hast du die von jemandem übernommen.

Überprüfe den Wahrheitsgehalt deiner Gedanken. Stimmt das denn wirklich? Gibt es Beweise dafür? Oder gibt es eventuell Gegenbeweise? Durch diese Fragen gewinnst du eine andere Sichtweise. Du kannst eine andere Perspektive einnehmen und deine falschen Glaubenssätze umwandeln oder auflösen.

Sei bereit die Wahrheit herauszufinden. Gib dem inneren Kritiker Widerworte und entschärfe seine Vorwürfe. Wenn er meint du seist ein Versager dann sage ihm, dass du nur einen Fehler gemacht hast und dass alle Menschen Fehler machen. Du hast daraus etwas gelernt und wirst es beim nächsten Mal umso besser machen.

Der innere Kritiker sucht förmlich nach jedem Fehler, jeder Ecke und Kante. Er gewichtet das Positive nicht und ist immer auf das Negative fokussiert. Daher übertreibt er ständig und macht aus jeder Mücke einen Elefanten.

Lass dir das nicht länger bieten und drehe den Spieß einfach um. Richte deinen Fokus auf alles Positive. Konzentriere dich auf Wohlsein, Glück und Erfolg. Gib dem Negativen keinen Raum mehr. Betreibe ein aktives Gedankenmanagement. Das ist der Schlüssel zur Unabhängigkeit vom inneren Kritiker.

Eine andere Möglichkeit  ihn zu zähmen stammt aus dem Werkzeugkasten des NLP.  Dazu stelle dir den inneren Kritiker als eine Person vor. Du kannst ihm auch einen Namen geben.

Wenn er wieder einmal mit dir spricht, versuchst du dieses Bild das du von ihm hast zu verändern. Drehe den Ton bzw. seine Stimme Stück für Stück leiser. Nehme ihm die Farbe, mache ihn nur noch schwarz-weiß. Und dann beginne ihn immer kleiner werden zu lassen.

Selbstliebe

Ebenso solltest du lernen, besser mit dir selbst umzugehen und dem Kritiker keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Nehme dich selbst an, genauso wie du bist. Denke und rede nicht schlecht über dich. Du bist ein wertvolles Geschöpf.

Höre auf damit, dich mit anderen zu vergleichen. Das macht dich nur unzufrieden und zieht dich runter. Du bist du und hast es gar nicht nötig jemand anderes sein zu wollen. Verabschiede dich von neidischen Gedanken. Lasse sie los.

Auch deinen Perfektionismus solltest du ablegen. Niemand verlangt von dir perfekt zu sein. Das ist nur dein innerer Anspruch. Mach dir selbst keinen Druck. Nehme dich an und übe dich in Selbstliebe .

Innerer Kritiker

Innerer Kritiker - der Feind in deinem Kopf

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