Luzides Träumen lernen

Luzides Träumen wird auch als Klarträumen bezeichnet. Der Träumende weiß, dass er träumt und in die Traumhandlung eingreifen kann. Luzides Träumen lässt Erfahrungen zu, die in der Realität nicht möglich wären.

Erfahrene Klarträumer führen Regie im eigenen Traum. Sie erleben fantastische Begegnungen und tollkühne Action. Sie entdecken wahre Inspirationsquellen und finden Fragen auf ihre Antworten.

Was ist Luzides Träumen?

Luzides Träumen ist ein besonderer Zustand des menschlichen Bewusstseins. Die Menschheit kennt diese Art des Träumens seit einigen hundert Jahren. Tibetanische Buddhisten praktizieren eine Art Traum-Yoga. So können sie ihre Spiritualität auch noch im Schlaf und im Traum weiterentwickeln.

Im Klartraum bleibt das menschliche Bewusstsein aktiv. Es ist nicht wirklich wach, kann aber den Traum eindeutig als solchen identifizieren. Luzides Träumen wird inzwischen auch von Philosophen, Psychologen und Neurowissenschaftlern untersucht, um weitere Erkenntnisse über das menschliche Bewusstsein zu gewinnen.

Luzides Träumen bedeutet für den Träumenden, selbst aktiv den Verlauf seiner Traums bestimmen zu können. Er weiß währenddessen, dass er schläft und träumt.

Er kann sich später klar an seinen Traum erinnern. Luzides Träumen erlaubt die Wahrnehmung über alle Sinne wie im wachen Zustand. Der Träumende weiß immer, wer er ist und was er in seinem Traum tut.

Was kann Luzides Träumen bewirken?

Selbsterfahrung


Luzides Träumen kann einfach nur eine interessante Selbsterfahrung sein und Freude bereiten. Träumende können sich im Klartraum entscheiden, wie Superman über die Stadt zu fliegen, eine Traumgestalt um Antworten auf bestimmte Fragen zu bitten oder eine Idee für einen Roman zu finden.

Klarträumer empfinden euphorische Begeisterung. In abenteuerlichen Traumsequenzen kommt es zu einer erhöhten Ausschüttung von Adrenalin im Körper.

In vielen Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung verhilft Luzides Träumen zu positiven Erfahrungen. Luzides Träumen verhilft zu Inspirationen in kreativen Prozessen.

Der Träumende kann Personen aus seiner Vergangenheit und Gegenwart treffen. Auch Phantasiegestalten kommen darin vor, die Antworten auf seine Fragen geben. Die Grenzen des Möglichen liegen in der Phantasie des Träumenden.

Viele Klarträumer nutzen Luzides Träumen zum Persönlichkeitstraining. Sie befragen sich selbst im Traum nach ihren Schwächen, Stärken und verborgenen Wünschen und Visionen.

Im realen Leben können sie persönliche Ziele so konkreter formulieren und anstreben.

Trainingsabläufe im Traum verbessern


Erfahrene Klarträumer nutzen Luzides Träumen, um bestimmte Bewegungen zu trainieren. Ein deutscher Psychologe, Paul Tholey, hat im Selbstexperiment sportliche Aktivitäten wie das Skateboard fahren im Klartraum geübt. Luzides Träumen hat nach seinen Angaben seine Fähigkeiten auf dem Board verbessert.

Bessere Schlafqualität


Luzides Träumen kann die Schlafqualität stark verbessern. Wer angenehme Träume hat, ist am Folgetag ausgeruhter und geht zuversichtlicher in den Tag. Mittels der Klarträume hat es der Schlafende und Träumende schließlich selbst in der Hand, wie die Nächte verlaufen.

Therapeutische Effekte

Luzides Träumen macht es möglich, sich seinen Ängsten zu stellen, unangenehme Situationen auszuhalten und sie sogar zu überwinden. Menschen, die immer wieder unter Alpträumen leiden, hilft Luzides Träumen in vielen Fällen.

Die Betroffenen lernen, dass sie den schlimmen Träumen nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern das Traumgeschehen beeinflussen und Entscheidungen treffen können. Allein dieses Bewusstsein wirkt therapeutisch.

Eine positive und entlastende Wirkung wird auch für Menschen mit posttraumatischen Störungen erzielt. Luzides Träumen ermöglicht es ihnen, die traumatisierende Situation aus dem Traum zu entfernen.

Luzides Träumen unterstützt bei Diäten, indem bestimmte Lebensmittel nur im Klartraum genossen werden. In der Wirklichkeit sind sie längst vom Speiseplan gestrichen.

Reise in die Vergangenheit


Im Klartraum kann dein altes Ich auftauchen oder du kannst es aktiv aufsuchen. Die Begegnung hilft, Situationen und Gefühle aus der Vergangenheit besser zu verstehen und einzuordnen.

Solche Begegnungen sind auch mit anderen Personen aus früheren Lebensphasen möglich. Die Aufarbeitung alter Themen wird ein unbelastetes Leben in der realen Gegenwart unterstützen.

Wie kann man Luzides Träumen lernen?


Luzides Träumen kann jeder Mensch lernen. Die einen lernen es sehr schnell, andere brauchen etwas mehr Übung. Während manche Träumer nur einige Male im Jahr einen luziden Traum haben, erleben andere Nacht für Nacht Luzides Träumen.

Es gibt verschiedene Lerntechniken, die du ausprobieren kannst. Falls eine Technik alleine nicht den gewünschten Übungserfolg bringt, kombinierst du verschiedene Techniken miteinander.

Realitätschecks


Während eines Traums ist ein Teil des Gehirns auf Standby. Im Gehirnbereich des präfrontalen Cortex befindet sich das Zentrum für logische Vorgänge. Es lässt erkennen, ob etwas realistisch oder nicht real, ob etwas logisch oder unlogisch ist.

Dieser Bereich des Gehirns ist im Traum nicht aktiv. Das sorgt dafür, dass dem Träumenden auch seine absurdesten Träume real und logisch erscheinen.

Um jederzeit genau unterscheiden zu können, ob du dich in einem Traum oder in der Realität befindest, kannst du regelmäßige Realitätschecks durchführen. Es gibt verschiedene Methoden.

So kannst du dir die einfache Frage stellen „Befinde ich mich jetzt gerade in einem Traum?“ Sicherheitshalber hältst du dir zusätzlich die Nase zu und versuchst dann, durch die Nase zu atmen. Sollte das klappen, handelt sich dein Zustand um Luzides Träumen.

In der Realität würde das Atmen durch die zugehaltene Nase nicht funktionieren. Ein Blick auf die eigene Hand soll ebenfalls die Realität überprüfen. Im Traum haben Hände oft mehr oder weniger als fünf Finger, die Hände können deformiert oder übergroß erscheinen.

Ein Luftsprung, der sehr hoch möglich ist und bei dem du ganz langsam wieder zu Boden gleitest, weist sicher auf ein Traumgeschehen und Luzides Träumen hin.

Wenn du einen Text liest, lasse den Blick abschweifen und schaue dann wieder auf den Text. Ist er unverändert und deutlich lesbar, befindest du dich in der Realität.

Luzides Träumen lässt Texte verschwimmen, Buchstaben ändern sich und geraten durcheinander. Wer sich um sich selbst dreht, plötzlich anhält und dann sieht, wie die Welt sich rasch weiter um ihn dreht, träumt gerade.

Die regelmäßigen Übungen zur Überprüfung der Realität gelingen am besten in einer ungestörten Atmosphäre. Komme vorher zur Ruhe und atme einige Male tief durch.

Mit der Zeit entwickelt sich eine Übungsroutine. Sie vermittelt dir die nötige Sicherheit, genau zwischen einem Traum und der Wirklichkeit zu unterschieden und das Klarträumen zu erkennen.

Gutes Schlafen und bewusstes Träumen


Eine wichtige Voraussetzung für Klares Träumen ist die Fähigkeit, sich an seine Träume erinnern zu können. Nicht allen Menschen gelingt das, viele erinnern sich überhaupt nicht an ihre nächtlichen Träume.

Mit einfachen Übungen wird das Bewusstsein für die eigenen Träume und damit für Klarträume trainiert. Nach dem Aufwachen solltest du zunächst einmal bewegungslos liegen bleiben und die vergangene Nacht noch einmal vor deinem inneren Auge vorbeiziehen lassen.

Schlafe vorzugsweise in einem abgedunkelten Zimmer. Wachst du in einem hellen Zimmer auf, verfliegen deine Erinnerungen an die letzte Nacht umso schneller. Beim Zubettgehen nimmst du dir vor, zu träumen und dich an deine Träume erinnern zu können.

Unterbreche deinen regulären Schlaf etwa ein bis zwei Stunden vor deiner gewohnten Aufwachzeit. Bleib kurz wach und konzentriere dich dann wieder darauf, einzuschlafen, zu träumen und dich später an den Traum erinnern zu wollen.

Lege dir ein Notizbuch neben das Bett. Dort schreibst du jedes Traumdetail auf, an das du dich erinnerst. Wenn du dich nur schwach erinnerst oder generell nicht gut schläfst, ändere deine Schlafgewohnheiten.

Es hilft oftmals schon, das Bett umzustellen, ab sofort nur noch bei geöffnetem Fenster zu schlafen oder sich besonders schöne und kuschelige Bettwäsche anzuschaffen.

Auch die richtige Zimmertemperatur fördert den guten Schlaf. Eine Temperatur von 18 Grad wird von den meisten Menschen als ideal empfunden. Auf Kaffee oder Alkohol sollte am Abend verzichtet werden. Beide behindern das Ein- und Durchschlafen und somit auch das bewusste Träumen und Erinnern.

Ein leichtes Abendessen, das etwa vier Stunden vor dem Zubettgehen gegessen wird, hilft ebenfalls gegen Schlafstörungen. Moderate sportliche Betätigungen am Abend sorgen für ein leichteres einschlafen.

Beruflicher Stress wird aus dem Schlafzimmer verbannt, wenn Laptop, Handy und Bürounterlagen einfach draußen bleiben müssen. Eine gute Schlafumgebung ist eine gute Basis für häufige Klarträume.

Mindsurfing und polysaphischer Schlaf


Der Begriff „Mindsurfing“ lässt sich am besten mit „Gedankensurfen“ übersetzen. Die Technik des Gedankensurfens geht auf Michael Raduga, einen Traumforscher aus Russland zurück. Ziel dieser Methode ist es, das Bewusstsein vom Körper zu trennen.

Für diese Übung lässt du dich nach etwa fünf Stunden Schlaf durch den Wecker wecken. Es folgt eine Wachphase von mindestens fünf und höchstens fünfzig Minuten. Anschließend legst du dich wieder zum Schlafen. Du nimmst dir fest vor, die Augen nicht zu öffnen und dich nicht zu bewegen, wenn du das nächste Mal aufwachst.

Stelle dir vor, dass du aus deinem Körper hinaus rollst. Dabei darfst du dich nicht bewegen. Empfindest du bei dieser Übung, wie dein Bewusstsein den Körper verlässt, erlebst du gerade einen Klartraum.

Menschen, die den polysaphischen Schlaf praktizieren, erleben einen bewussten Übergang in die Traumphase und in Luzides Träumen. Hierzu werden täglich nur sechsmal zwanzig Minuten geschlafen. Der Körper soll innerhalb von drei Wochen lernen, unmittelbar nach dem Einschlafen in die REM-Phase (Rapid Eye Movement) und somit in die Traumphase zu gelangen.

Silene Capensis und andere Kräuter

Silene Capensis


Die Pflanze Silene Capensis bedeutet übersetzt „Traumwurzel“ und wird auch als Afrikanische Traumwurzel gehandelt. Sie soll sich positiv auf den Schlaf und auf Luzides Träumen auswirken.

Die aus Südafrika stammende Pflanze gilt ferner als Förderin der Weisheit. Anwender berichten von intensiven und farbenreichen Träumen. Auch die Häufigkeit der Träume, an die sich später erinnern konnten, erhöhte sich nach regelmäßiger Einnahme der Traumwurzel.

Die Wurzel kann in kleinen Stückchen weich gekaut und runtergeschluckt werden. Sie kann auch in Wasser eingenommen werden. Dazu werden kleine Stückchen fein zermahlen und kräftig in Wasser eingerührt, bis sich etwas Schaum absetzt.

Dieses Getränk soll abends vor dem Zubettgehen getrunken werden. Eine Wirkung ist erst nach einigen Tagen regelmäßiger Verwendung spürbar. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Mukanya Kude

Dieses Traumkraut stammt ebenfalls aus Afrika und ist eigentlich eine Baumrinde. Die Rinde wird zu einem Getränk gebraut, das vor dem Schlafen eingenommen wird. Es soll besonders klare und lebendige Träume ermöglichen.

Teufelskralle

Die Extrakte der Teufelskralle werden in Kapselform und als Teemischung verabreicht. Das weit verbreitete Heilmittel gibt es in Apotheken und Drogerien zu kaufen.

In der Heilkräuterkunde gilt das Kraut vor allem als entzündungshemmend und beruhigend. Den positiven Effekt für Klarträumende verdankt es seiner Eigenschaft als Förderer lebhafter und deutlicher Traumbilder.

Bei der Anwendung aller unterstützenden Kräuter und Heilpflanzen ist es empfehlenswert, eine niedrige Dosierung anzuwenden. Die Wirkung tritt bei vielen Kräutern erst nach einer gewissen Zeit der regelmäßigen Einnahme auf.

Insbesondere Allergiker und Menschen mit allgemeinen Unverträglichkeiten sollten auf die Kräuter verzichten. Für Luzides Träumen sind sie ohnehin keine Voraussetzung.

Das zur Alltagsroutine werdende Üben der Techniken führt nachhaltiger zum Erfolg.

Kann Luzides Träumen gefährlich sein?


Befürchtungen, Klarträumer könnten sich in ihren Träumen verlieren, sind unbegründet. Das Klarträumen setzt gerade die Fähigkeit voraus, zwischen Realität und Traum klar zu unterscheiden.

Im Klartraum werden dem Betroffenen diese Grenzen bewusst. Es besteht keine Gefahr, im Traum zu verharren oder nicht mehr in den Wachzustand zu finden. Zur Überprüfung der eigenen Wahrnehmung und Situationseinschätzung wird immer wieder der Realitätscheck durchgeführt.

Klares Träumen funktioniert nicht auf Knopfdruck. Mal klappt es mit den Klarträumen und in der nächsten Nacht wieder nicht. Ein Gewöhnungseffekt oder gar ein Suchtpotential besteht daher nicht.

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen wie starken Depressionen ist das Klarträumen nicht geeignet. Es muss immer ein klares Bewusstsein über die Grenzen zwischen Klartraum und Realität bestehen.

Erlebnisse und Gefühle aus dem luziden Traum dürfen nicht ohne weiteres auf reale Personen oder Situationen übertragen werden. Allgemein wird Luzides Träumen von gesunden, stabilen Persönlichkeiten durchweg positiv empfunden.

Dies bestätigen auch Untersuchungen in Schlaflabors. Demnach sind Klarträumende nach dem Schlaf oftmals besser erholt und entspannter als andere Probanden. Sie verfügen außerdem über eine bessere Selbsteinschätzung.


Luzides Träumen

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