Neuronale Plastizität – so kannst du dein Gehirn programmieren

Jahrhunderte lang ging die Wissenschaft davon aus, dass unser Gehirn mit dem Erreichen des Erwachsenenalters voll ausgebildet und nicht mehr veränderbar ist. Man meinte, dass danach keine neuen neuronalen Verbindungen mehr entstehen und das Gehirn nicht mehr formbar ist.

Diese These wurde durch die revolutionäre Erkenntnis der Neuroplastizität widerlegt. Laut dieser neuen wissenschaftlichen Erkenntnis, ist das Gehirn in hohem Maße formbar und veränderbar. Und das zu jeder Zeit und immer wieder, bis ans Lebensende.

Was ist neuronale Plastizität?

Neuronale Plastizität (neuronal = die Nervenzellen also Neuronen betreffend, Plastizität = formbar, veränderbar) beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich selbst ändern zu können. Im Zuge der Regeneration bilden sich neue Ausläufer im Hirnareal, welche durch Gedanken und Übung beeinflussbar und formbar sind.

Neuronales Netz

Durch die bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit des Gehirns wird es dem Menschen möglich, bestimmte gewünschte Zustände im Leben zu manifestieren. Jeder Gedanke stimuliert das Gehirn und hinterlässt einen Abdruck, bzw. eine Spur.

Je öfter diese Stimulation erfolgt, je größer wird die Datenautobahn. Ganz nach dem Motto „Übung macht den Meister“. Aus einem schmalen Pfad entsteht, je mehr Leute ihn begehen, ein breiter Weg. Irgendwann wird es eine gefestigte Straße und später sogar eine Autobahn.

Es ist wie mit einem Muskel, je mehr du ihn trainierst, je stärker wird er. Hat sich eine neue neuronale Bahn erst einmal gebildet, wird sie auch so schnell nicht wieder abgebaut. Daher sind Gewohnheiten auch so schwer zu brechen.  

Je mehr wir bestimmte Pfade des neuronalen Netzes für eine bestimmte Tätigkeit benutzen, umso weniger ist uns dies bewusst. So kommt es dann, das wir gewisse Dinge, wie zum Beispiel Auto fahren, schon ganz unbewusst ausführen können. Es ist so fest einprogrammiert und verankert, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken müssen.

Neuronale Plastizität 1


Ganz anders ist es jedoch, wenn wir etwas zum ersten Mal machen wollen. Stell dir vor du hältst zum ersten Mal eine Gitarre in der Hand und willst darauf spielen. Nach den ersten Versuchen wirst du schnell enttäuscht sein. Es wird dir nahezu aussichtslos erscheinen, mit diesem Instrument jemals eine schöne Melodie spielen zu können.  

Warum ist das so? Der Grund dafür liegt in deinem Gehirn. Es gibt einfach noch keine Strukturen, noch kein neuronales Netz für diese Fähigkeit. Dieses Netz muss erst einmal geschaffen und ausgebaut werden.

Unser Gehirn bzw. das neuronale Netz hat also keine festgeschriebene und starre Verdrahtung. Demnach sind wir ihm auch nicht machtlos ausgeliefert sondern freier Gestalter unserer Realität. Wir sind sozusagen Schöpfer.

Gedanken erschaffen die Realität

Das neuronale Netz ist beliebig formbar und veränderbar. Damit ermöglicht es uns, entsprechend unseres Wunsches und unserer Kreativität unsere Wirklichkeit nach Belieben zu verändern. Dazu müssen wir entsprechenden Einfluss auf das Gehirn ausüben.

Dies geschieht, indem wir ganz bewusst darauf achten was wir wahrnehmen und mit welchem Input wir unser Gehirn speisen. Das alles lässt sich bewusst steuern.

Im Zuge dessen lässt sich feststellen, dass wir dadurch auch unsere Umwelt ganz anders wahrnehmen. Durch den neuen Fokus werden im Gehirn plötzlich ganz andere Ressourcen und Areale genutzt. Plötzlich haben wir ein ganz anderes Gewahrsein.

Es ist dir bestimmt schon einmal aufgefallen. Ab dem Moment, in dem du beschließt dir ein neues rotes Auto zu kaufen, siehst du plötzlich überall fast nur noch rote Autos fahren. Die waren auch vorher schon da. Nur du hast sie nicht wahrgenommen. Dein Gehirn hat sie praktisch ausgeblendet. Sie waren vorher nicht wichtig, da dein Fokus nicht darauf gerichtet war.

Durch unsere Gedanken, Erfahrungen und Erinnerungen beeinflussen wir zunächst unbewusst die Ausbildung unseres neuronalen Netzes. Eine ganz gezielte und bewusste Einflussnahme ermöglichen uns konstruktive Glaubenssätze, Visualisierungen und Affirmationen.

Mit diesen Mitteln lässt sich zielgerichtet der Aufbau neuer neuronaler Vernetzungen anregen. Im Maße der Ausprägung dieser Verbindungen bestimmt unser Gehirn, wie wir die Wirklichkeit sehen und wahrnehmen.

Indem wir uns die neuronale Plastizität zu Nutze machen, können wir unser Leben in jede erdenkliche Richtung lenken und umgestalten. Unser Denken und Fühlen schafft neue Strukturen. Daher sollten wir Gewünschtes soft wie möglich wiederholen und so intensiv wie nur möglich fühlen.

So werden die neuen Pfade gestärkt und andere, nicht mehr benötigte abgeschwächt. Ganz nach dem Motto „Use it ore lose it“, benutze es oder verliere es. Auch Achtsamkeit und Meditation wirken sich positiv aus und stärken bestimmte Bereiche des Gehirns.

Achte auf deine Gedanken

Da du nun weißt  was die neuronale Plastizität ist, wie sie wirkt und arbeitet, solltest du in Zukunft gut auf deine Gedanken achten. Befindest du dich überwiegend im Stress, hast Ängste und Sorgen, so kannst programmierst du dein Gehirn auch, nur leider nicht sehr positiv.

Blicke stattdessen lieber optimistisch und mit viel Selbstvertrauen in die Zukunft. Übe dich in Dankbarkeit und positivem Denken. Wiederhole alles so oft wie möglich. Versorge dein Gehirn mit frischem Sauerstoff. Nur so kannst du die neuronale Plastizität optimal für dich nutzen und dein Gehirn positiv programmieren.


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